Wein-Tips

März 2020

Chateau Yquem 1967

Schon die Farbe läßt viel Gutes erhoffen. Schönes Bernstein, aber noch überraschend hell. So ist dann auch die Nase absolut frisch und wirklich erstaunlich klar. Natürlich findet man die typischen Klebernoten mit einer Spur Gummi. Dazu kommen aber Bergeweise Citrusnoten. Ich habe Grapefruit und Limette notiert aber vor allem auch Orangenschale. Auch etwas Ananas und schließlich Caramel konnte man entdecken. Alles unterlegt von einer feinen Botrytisnote. Ziemlich perfekt !

Auch im Mund findet man keinen Anflug von Alterserscheinungen. Fast im Gegenteil : der Yquem ist fast noch etwas zu jung ! Aber das ist garnicht schlimm - das Ganze schmeckt ja schon so dermaßen gut !Herrlich frisch und saftig. Süß, aber nicht dick. Die Säure ist phänomenal. Natürlich ist der Abgang nahezu endlos und extrem komplex. Nun ist es ja vielleicht nicht so sehr überraschend, dass ein legendärer Jahrgang eines nicht minder legendären Weingutes, einen ziemlich großen Wein ergibt - aber irgendwie ist man dann doch ziemlich platt vor Begeisterung, wenn man das dann verkosten darf.

20 / 20 Punkte

Sven Lockenvitz